Ein Herz für Streuner
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Gebt Streunern ein Zuhause!

Katzen fangen - wie funktioniert das?

Bevor überhaupt gefangen wird, ist es wichtig zu wissen, wofür. Handelt es sich um ein krankes Tier, das dem Tierarzt vorgestellt werden soll? Sind Jungtiere einzufangen, um sie später zu vermitteln? Oder sollen Streuner zwecks Kastration eingefangen werden?

 

Ein krankes Tier kann ich jederzeit einfangen und zum Tierarzt bringen. Günstig ist allerdings ein Vormittag, falls das Tier narkotisiert werden muss.

Auch Jungtiere kann ich jederzeit einfangen. Nur das Einfangen zwecks Kastration ist an Tierarzt-Termine gebunden. Das heißt: weit im Voraus werden Termine mit dem Tierarzt vereinbart. Am Abend vor einem Termin wird dann die Stelle aufgesucht, an der gefangen werden soll. Und dann heißt es geduldig abwarten und hoffen, dass tatsächlich eine Katze oder ein Kater in die Falle geht.

Auf dem Bild links ist eine sog. Automatikfalle zu sehen. Dieses Modell hat zwei Öffnungen in Form von Fallklappen. Hinten kann man bequem das Futter hinein legen. Dann wird die Öffnung geschlossen. Etwas Futter wird noch mittig in die Falle gelegt, um die hinein zu locken und auf den Geschmack zu bringen. Die vordere Klappe wird auf einem Bügel aufgelegt und durch einen speziellen Mechanismus hinten seitlich an der Falle zum Halten gebracht. Erst wenn die Katze mit der Pfote oder der Nase auf das hinten im Inneren angebrachte Trittbrett drückt, wird der Mechanismus gelöst, und die Klappe fällt herunter.

Da das Tier dann schnell in Panik gerät, anfängt zu toben und Gefahr läuft, sich zu verletzen, muss die Falle sofort mit einer Decke abgedeckt werden. Nur so beruhigt sich die Katze wieder.

Soll aus einer ganzen Gruppe nur ein bestimmtes Tier heraus gefangen werden, bietet es sich an, eine Zugfalle einzusetzen. Gerade beim Fangen von Jungtieren ist eine solche Falle zu bevorzugen, da der Fänger den Moment selbst bestimmen kann, wann die Klappe herunter fallen soll. Auf diese Weise kann man u.U. zwei Tiere gleichzeitig fangen. Außerdem wird sichergestellt, dass, falls ein Tier einem anderen in die Falle folgt, es nicht von der herunter fallenden Klappe erschlagen wird, sobald das erste Tier das Trittbrett erreicht hat.

 

Die Holzfalle, die hier zu sehen ist, wurde selbst gebaut. Sie ist zwar größer, aber nicht schwerer als eine Metallfalle. Auch dieses Modell hat zwei Fallklappen als Öffnungen, die zusätzlich mit Riegeln versehen sind, damit die gefangene Katze sich nicht selbst befreien kann, indem sie die Klappe mit den Pfoten hoch schiebt. (Ist durchaus schon vorgekommen.)

 

Zum Fangen wird ein Zugband am Riegel der vorderen Klappe befestigt und durch den Griff geführt. Die Klappe wird durch den Riegel zum Halten gebracht. Zieht man nun am Band, wird zugleich der Riegel zurück gezogen, löst sich aus der Halterung in der Klappe, und die Klappe kann nach unten fallen.

 

Fangaktion

Am Morgen nach einer abendlichen Fangaktion werden die eingefangenen Tiere zum Arzt gebracht, untersucht und ggf. kastriert. Erst wenn sie nach der Narkose wieder richtig fit sind, werden die Katzen an derselben Stelle wieder ausgesetzt, wo sie eingefangen wurden. Bei Männchen geschieht dies meist noch am selben späten Abend. Da die Kastration von Weibchen aufwendiger und langwieriger ist, müssen sie meist bis noch bis zum darauf folgenden Morgen warten.