Ein Herz für Streuner
Ein Herz für Streuner
Gebt Streunern ein Zuhause!

Nur drei von vier

Eine so schwierige Fangstelle hatte ich schon lange nicht mehr.

Es wurde eine junge Katzenmutter gemeldet, die vier Kitten unter einem Gartenhaus versteckt hatte. Die vier Kleinen spielten tagsüber auf dem Rasen des Zweifamilienhauses, und sie waren gar nicht mal so ängstlich. Auch die Mutterkatze war so zutraulich, dass sie sich sogar streicheln ließ. Deshalb wollten wir die ganze Familie einfangen, damit die Katzenkinder noch eine Weile von der Mutter versorgt werden konnten, bevor man sie vermittelt hätte. Da wir jedoch keins der Kitten ohne die Mutter zurück lassen wollten, versuchten wir zunächst, die Kleinen zu fangen. Das war gar nicht so einfach, da sie noch recht klein (ca. 6 Wochen alt) und sehr flink waren. Ohne Falle war da nichts zu machen.

Leider war nur eins so gierig, dass es allein in die Automatikfalle ging. Zwei konnten wir zusammen in der Zugfalle fangen. Das dritte war dann aber so skeptisch, dass es sich wieder unter dem Gartenhaus verkroch und nicht mehr heraus kam. Also konnten wir auch die Mutter nicht mitnehmen.

Dann machten auch noch die Nachbarn Ärger. Sie wollten partout nicht, dass wir die Mutterkatze zum Kastrieren einfingen, und auch den unkastrierten Kater, den sie schon seit 16 Jahren füttern, sollten wir nicht mitnehmen. Außerdem wurde mir verboten, ihren Hof zu betreten, damit ich nicht eigenmächtig das Futter entsorgen und die Katzen dort fangen konnte.
Inzwischen ist die Mutterkatze so misstrauisch geworden, dass man sich ihr nicht mehr nähern kann. Sie meidet auch die Falle. Es scheint, als ob sie noch an anderen Stellen mit Futter versorgt wird und immer so satt ist, dass sie absolut kein Interesse an dem besonders leckeren Angebot in der Falle hat.

Natürlich bleiben wir dran. Denn wenn die Mutterkatze nicht bald kastriert wird, könnte sie Ende dieses Jahres schon den nächsten Nachwuchs haben. Aber die Sache gestaltet sich äußerst schwierig.