Ein Herz für Streuner
Ein Herz für Streuner
Gebt Streunern ein Zuhause!

Polly und Gordi

In diesem Jahr hatten mein Mann und ich uns ganz kurzfristig entschlossen, unseren Sommerurlaub im sonnigen Süden zu verbringen. Da unsere Katzen bestens versorgt waren, flogen wir nach Mallorca.

Nur wenige Tage vor unserer Heimreise fiel mir am Straßenrand in der Nähe unseres Hotels eine junge schwarze Katze auf, die eine Verletzung an der Pfote zu haben schien, da die Pfote geschwollen war. Auf der anderen Straßenseite saß noch eine schwarze Katze, die ebenfalls Probleme mit einer Pfote hatte. Denn sie humpelte leicht und hielt eine Vorderpfote immer hoch, als ob sie sie entlasten wollte.

Mit Hilfe einer Freunding gelang es, die beiden Katzen in Taschen zu packen, um sie nach Palma in einer Tierarztpraxis untersuchen zu lassen. Dort wurden sie entfloht und entwurmt und konnten über Nacht dort bleiben, damit sie am nächsten Tag noch kastriert werden konnten.

Nach der Kastration wurden die beiden in einer Tierpension untergebracht und reisefertig gemacht, d.h. komplett geimpft, damit sie nach Deutschland kommen konnten, wo sie ein Zuhause bekommen sollten.

 

Da wir in Bochum schon so viele einheimische Streuner haben und jährlich mehr als genug Katzen ausgesetzt werden, bin ich eigentlich nicht dafür, dass noch mehr Tiere aus dem Ausland nach Deutschland eingeführt werden. Wenn man jedoch vor Ort das Elend erlebt - vor allem auch das Elend in den ausländischen Tierheimen und Tötungsstationen - fällt es schwer, diese Tiere leidend zurück zu lassen.

 

Im Nachhinein war ich dann auch sehr froh, entschieden zu haben, die beiden schwarzen Katzen von der Straße weg zu holen. Denn die kleinere der beiden - Polly - hatte keine Verletzung an der Pfote, sondern sie leidet an einer Immunkrankheit, die zu Entzündungen an den Pfoten mit Ablösung der Hornhautschichten führt. Damit hätte sie draußen keine Überlebenschance gehabt.

 

Leider passt Polly aufgrund ihres quirligen Wesens nicht zu meinen eigenen Katzen, so dass sie nicht bei mir bleiben konnte. Sie ist eine Katze, von der die meisten Katzenliebhaber träumen: sanftmütig, aufgeschlossen, verspielt, anhänglich wie ein Hund und sehr verschmust. Wenn der Mensch die Wohnung verlässt und sie allein zurück bleibt, wartet sie geduldig, bis er wiederkommt. Sie freut sich und genießt es, wenn ihr Mensch sich mit ihr beschäftigt. Wenn man keine Zeit für sie hat, kann sie sich aber auch sehr gut allein beschäftigen.

Die andere schwarze Katze wurde Gordi genannt. Sie ist etwas älter als Polly, könnte vielleicht ihre Mutter sein. Sie ist wesentlich ruhiger, kuschelt lieber, als dass sie spielt. Da sie unglaublich freundlich zu Artgenossen ist, konnte Gordi relativ schnell als Zweitkatze vermittelt werden. Und bereits bei der Übergabe war klar, dass das richtige Zuhause gefunden war: Gordi kam sofort aus ihrer Box, erkundete neugierig alle Zimmer, kam dann zurück ins Wohnzimmer, legte sich mitten im Raum auf den Boden und fing an zu schnurren,als ob sie sagen wollte: hier gefällt es mir, hier bleibe ich.