Ein Herz für Streuner
Ein Herz für Streuner
Gebt Streunern ein Zuhause!

Marty

Obwohl wir nun schon seit Jahren im Industriegebiet Gerthe akiv sind, wird dort immer wieder Nachwuchs gemeldet. Entweder wurden noch nicht alle Katzen beim Fangen erwischt, oder aber es wandern immer wieder neue hinzu.

Leider wird uns der Nachwuchs auch selten von den Leuten gemeldet, welche die Katzen auf ihrem Gelände füttern. Meist sind es Menschen, die zufällig dort vorbei gehen, und denen kleine und/oder kränklich aussehende Tiere auffallen. So war es auch bei Marty.

 

Auf dem Schrottplatz, wo Marty mit Futter versorgt wurde, waren zunächste zwei kleine kranke Katzenbabys gemeldet worden. Bis ich allerdings herausgefunden hatte, um welchen Platz es sich handelte, war von den beiden nur noch eines übrig geblieben, das in wirklich sehr schlechtem Zustand war. Dieses konnte ich so mit der Hand greifen und in eine Box setzen.
Für das zweite Tier musste ich die Falle aufstellen. Es dauerte nicht lange, bis ich es eingefangen hatte. Es handelte sich um ein junges Katzenmädchen.

Zu guter Letzt konnte ich noch ein weiteres Jungtier im kastrationsfähigen Alter einfagen.

Mit allen dreien fuhr ich zum Tierarzt: die beiden größeren Katzen wurden kastriert, und das Kitten wurde behandelt und dann zur Weiterbehandlung im Tierheim untergebracht.

Erst nach der Kastration, als der Kater langsam wieder richtig wach wurde, stellte ich fest, dass seine Augen tränten und das linke Auge nicht in Ordnung war. Deshalb wollte ich ihn nicht direkt wieder aussetzen, sondern brachte ihn zur stationären Behandlung in eine kleine Tierklinik. Nach einer Woche konnte ich ihn wieder abholen. Da tränten die Augen schon nicht mehr. Das linke Auge hätte man jedoch operieren müssen, wenn man es richtig wiederherstellen wollte. Denn hier waren inneres und äußeres Lid durch chronische eitrige Entzündungen mit einander verklebt und verwachsen. Da diese Veränderung jedoch das Sehvermögen des Katers nicht beeinträchtigte, wurde auf eine Operation verzichtet.

 

Leider war die Behandlung nicht von dauerhaftem Erfolg. Bei weiteren Untersuchungen stellte sich heraus, dass Marty, wie ich den Kater nannte, an Chlamydien litt. Er musste noch über zwei Wochen mit Antibiotikum und Augensalbe behandelt werden, bis er richtig gesund war. Inzwischen war er aber auch schon so zutraulich geworden, dass ich es für widersinnig hielt, ihn wieder auszusetzen.

 

Mittlerweile hat Marty sich zu einem echten Kampfschmuser entwickelt. Er ist unendlich kuschelbedürftig und fordert seine Streicheleinheiten auch ein. Dem Leben draußen trauert überhaupt nicht nach. Er braucht ein Zuhause mit viel Platz zum Toben und einem Kater als Kumpel, mit dem er raufen und kuscheln kann.

Marty fand ein Zuhause bei zwei Maine-Coon-Katzen. Neben den beiden Riesen sieht er immer noch aus wie ein Baby - so klein und zart. Das tut dem gemeinsamen Spielen jedoch überhaupt keinen Abbruch.