Ein Herz für Streuner
Ein Herz für Streuner
Gebt Streunern ein Zuhause!

Nur ein kurzer Moment des Glücks

Gerade kam ich mit Tilda vom Tierarzt-Besuch zurück, als auch schon wieder das Telefon klingelte: ein anderer Autohof im selben Industriegebiet bat mich, einen Kater abzuholen, der total krank und geschwächt war.

Sofort fuhr ich mit ihm zum Tierheim, wo er ärztlich untersucht und behandelt wurde. Aufnehmen konnte man ihn dort jedoch nicht, da die Quarantänestation voll besetzt war. Also nahm ich den Kater mit zu mir. Er bekam ein eigenes Zimmer und wurde mit Antibiotikum behandelt, da er starkt verschnupft war. Ich nannte ihn Taavi.

Aufgrund seiner noch sehr gut erhaltenen Zähne wurde Taavi auf drei bis vier Jahre geschätzt. Er war jedoch so abgemagert und schwach, dass er gut für zwanzig Jahre durchgegangen wäre.

In der warmen Wohnung fühlte sich Taavi sehr wohl. Er dankte mir mit ungaublicher Anhänglichkeit und wollte überhaupt nicht mehr aufhören zu schmusen.

Jeden Tag versorgte ich ihn mit Tabletten und mit Aufbaunahrung. Nach drei Tagen begann er auch, immer besser zu fressen.

Sein Gesamtzustand besserte sich jedoch nicht. Der Schnupfen wollte sich nicht richtig lösen, das Atmen viel dem Katerchen schwer. Einen ersten Kreislaufzusammenbruch konnten die Ärzte noch in den Griff bekommen. Den zweiten hat Taavi nicht mehr überlebt, so dass er nur knapp eine Woche, nachdem ich ihn mitgenommen hatte, verstarb.

Vielleicht erkennt ja jemand auf den Bildern seinen Kater wieder. Seit September/Oktober 2016 streunte er in Bochum in einem Industriegebiet herum, wo viele Auto- und Schrotthändländer ansässig sind. Vielleicht ist er mit einer Autolieferung dort hingeraten. Er war nämlich kastriert und tätowiert, konnte jedoch keinem Bochumer Tierarzt zugeordnet werden. Möglicherweise stammt er aus Niedersachsen, aus Schöningen, wenn die eine der Tatoo-Nummern eine Postleitzahl ist.