Ein Herz für Streuner
Ein Herz für Streuner
Gebt Streunern ein Zuhause!

Keine Pause

Nach der letzten Vermittlung im Vorjahr blieb eigentlich nur die Woche zwischen Weihnachten und Neujahr, wo ich kurz durchatmen konnte - besser gesagt: hätte durchatmen können. Denn am zweiten Weihnachtstag bekam ich einen Hinweis auf eine gesuchte und anscheinend aufgefundene Katze.

Die Vorgeschichte dazu war folgende:

 

In einer Kleingartenanlage in Bochum-Weitmar hatte ich mit einer Freundin für die Tierhilfe Bochum eine komplette Katzenfamilie eingefangen, kastrieren und chippen lassen. Da sie in einem der Gärten quasi ihr Zuhause hatten, wo sie auch gut versorgt wurden, durften sie nach der Kastration wieder dorthin. Es waren eine Mutter mit ihren drei Kindern und der dazu gehörige Kater.

Im Oktober erfuhren wir dann, dass drei dieser Katzen - Mutter, Vater und ein Kind - dort weg gefangen und in Hattingen ausgesetzt worden waren. Da wir wussten, an welcher Stelle die drei ausgesetzt worden waren, konnten wir vor Ort Leute befragen und Plakate hängen. Auf den Fotos wurde der kleine Kater Felix wieder erkannt. Am 27. Dezember erhielt ich den Anruf, und schon einen Tag später konnten wir den Kleinen tatsächlich in Hattingen in der Elfringhauser Schweiz an einem Restaurant wieder einfangen und nach Hause bringen.

 

Da zwischen Weihnachten und Neujahr nicht viel zu erreichen war (die Polizei hält sich für einen solchen Fall nicht für zuständig), musste ich mich bis Januar gedulden, bevor ich Anzeige beim Ordnungsamt erstatten konnte. Da uns die Täter bekannt sind, hoffen wir, dass sie ihre gerechte Strafe bekommen.

 

Leider wird der Vater-Kater Max weiterhin vermisst.

Ein Fass ohne Boden

Immer wieder bekomme ich Meldungen vom Industriegebiet in Bochum-Gerthe. Dort habe ich bereits vor drei Jahren mit dem Fangen begonnen, und noch immer ist kein Ende in Sicht. Immer wieder tauchen Jungtiere auf, von denen aber niemand weiß, welches die Mutter ist, und wo die Familie regelmäßig zum Fressen hin geht, so dass es auch fast aussichtslos ist, jemals das letzte Muttertier kastrieren zu lassen, um der Vermehrung endlich ein Ende zu setzen.

Hinzu kommt, dass unter den dortigen Streunern offensichtlich der Katzenschnupfen grassiert. Zwei Kater musste ich bereits einschläfern lassen, einem konnte mit Medikamenten geholfen werden.

Anfang März habe ich eine mir bis dato unbekannte Futterstelle entdeckt. Dort konnte ich noch zwei erwachsene Tiere (Kater und Katze!!!) einfangen und kastrieren lassen, und zwei Jungtiere habe ich aufgenommen, um sie evt. zu vermitteln. Denn sie sind noch so jung und neugierig und aufgeweckt, dass man sie bestimmt noch zahm bekommt.

 

Katzenelend in Bochum-Grumme

Im Februar bat eine Behindertenwerkstatt in Grumme um Hilfe. Ganz plötzlich streunten dort sieben Katzen über das Gelände - alle auf einmal - die sich dort völlig ausgehungert auf die Such nach Futter machten. Immer zur Mittagszeit, wenn es dort allmählich auf die Essensausgabe zu ging, liefen sie über den Hof und durchsuchten z.T. die Müllcontainer nach Futter.

Die Tiere sahen absolut erbärmlich aus: klapperdürr mit dünnem, struppigem Fell. Ein Kater war fast nackt. Einem Tier fehlt der Schwanz.

Woher die Katzen so plötzlich gekommen sind, weiß niemand. Für echte Streuner sind sie zu wenig ängstlich. Richtig zutraulich sind sie allerdings auch nicht. Ob sie irgendeinem Fall von Tierquälerei zum Opfer geworden sind? Oder längere Zeit unversorgt eingesperrt waren, weil vielleicht "ihr" Mensch verstorben ist?

Nur wenige Stunden, bevor ich zum ersten Mal mit Fallen dorthin fuhr, wurde eine der Katzen vom Auto angefahren und erlitt eine Beinverletzung. Gott sei Dank ging sie auch bereits als zweite in die Falle, so dass sie noch am selben Tag dem Tierarzt vorgestellt und behandelt werden konnte. Es war Katze Connie.

Noch ein Kater und eine Katze konnten eingefangen werden. Sie wurden am nächsten Tag kastriert, gegen Parasiten behandelt und in Pflegestellen untergebracht.

Zwei Tage später gingen noch der fast nackte Kater und ein roter Kater in die Falle, die ebenfalls kastriert, gegen Parasiten behandelt und in Pflegestellen untergebracht wurden.

Ein schwarz-weißes und das schwanzlose Tier streunen immer noch auf dem Glände herum. Tagsüber sieht man sie nicht oder nur selten. Die Futternäpfe, die für die beiden aufgestellt wurden, sind aber morgens immer leer.