Ein Herz für Streuner
Ein Herz für Streuner
Gebt Streunern ein Zuhause!

Michel

Eine Freundin aus Wolfsburg bat mich, ihr bei der Vermittlung von ihren Streunern zu helfen, da es in ihrer Umgebung viel schwieriger ist, ein Zuhause für Katzen zu finden. Sie hatte drei Kitten in einem Industriegebiet eingefangen und eine erwachsene Katze, die sie mit einer Verletzung aufgefunden hatte.

Zwei Kitten wollte meine Freundin behalten, das dritte und die erwachsene Katze sollten zu mir nach Bochum kommen. Wir trafen und auf halbem Weg an einer Raststätte, und ich übernahm den kleinen Wolfsburger, den ich dann zunächst "Wölfchen" nannte und die Schmusekatze Maja, die jedoch noch am selben Abend in eine Pflegestelle nach Dortmund wechselte, weil ich sie nicht mit meinen spanischen Pflegekatzen zusammen setzen wollte. Das hätte vom Alter und vom Charakter her nicht gut zusammen gepasst.

Klein Wölfchen kam zunächst für ein paar Tage in Quarantäne, wurde entwurmt und durfte dann Sami und Claudia kennenlernen. Die ersten Begegnungen waren zwar sehr unfreundlich seitens der beiden fast erwachsenen Spanier. Nach ein paar Tagen spielten und tobten sie dann aber doch zusammen herum, und Claudia ließ sich dann auch hin und wieder dazu herab, den kleinen Kater zu putzen.

Weil der Kleine nur Unsinn im Sinn hatte und mich irgendwie an Michel aus Lönneberga erinnerte, nannte ich ihn schließlich Michel.

Michel entwickelte sich sehr schnell zu einem super lieben Schmusekater. Er hatte eigentlich von Anfang an keine Berührungsangst. Beim Spielen sprang er über und auf meine Füße, schlug auch leicht mit der Pfote auf meine Hände. Kurz streicheln ließ er sich auch - bis er dann bemerkte, dass meine Hände es waren. Dann sprang er schnell weg, kam aber auch gleich wieder an. Wenn ich ihn dann mit beiden Händen griff und ihn beim Streicheln etwas festhielt, begann er zu schnurren und ließ sich das ein Weilchen gefallen. Diese kurzen Augenblicke wurden allmählich länger, und zuletzt kam Michel von sich aus auf mich zu, um sich kraulen zu lassen. Das war der richtige Zeitpunkt für die Vermittlung. Und dann ging es auch ganz schnell: ein junges Paar entschied sich, ihm ein Zuhause zu geben, damit er der Katze dort Gesellschaft leisten konnte. Inzwischen sind die beiden richtig gute Freunde geworden.