Ein Herz für Streuner
Ein Herz für Streuner
Gebt Streunern ein Zuhause!

Merlin, Matti und Leyla

Auch die Katerchen Merlin und Matti und Katze Leyla sind Geschwister, geboren im Mai.

Sie tauchten eines Tages zusammen mit ihrer Mutter in einem Kleingarten auf, wo sie aber nicht bleiben konnten, da sie dort nicht geduldet waren. Die Mutter war so lieb, dass ich sie so nehmen und in eine Transportbox hätte setzen konnte. Deshalb brachte ich sie ins Tierheim, wo sie auch bald vermittelt werden konnte, während die Kitten so wilde, kleine Feger waren, dass man sie im Tierheim nicht aufgenommen hätte, da dort die intensive Betreuung fehlt, um solche Wildlinge zähmen zu können.

 

Also kamen die drei zu mir, wo sie dann Lina und Leni Gesellschaft leisteten.

Leyla

Leyla war das mutigste der drei Geschwisterchen. Überhaupt war sie die erste der kleinen Fünfergruppe, die sich beim Spielen ganz nah an mich heran traute. Es dauerte auch nicht allzu lange, bis sie sich vorsichtig über den Rücken streichen ließ, und allmählich gewann sie Gefallen am Streicheln und Kraulen. Selbst als ich ihr bittere Medizin gegen Giardien ins Mäulchen gebe musste, war sie mir nicht lange böse und kam kurz danach wieder schnurrend zu mir.

Bei ihren kätzischen Mitbewohnern war Leyla sehr beliebt. Sie war freundlich zu allen und drängte sich nie vorwitzig in den Vordergrund. Trotzdem kam sie nie zu kurz.

Da Leyla ganz offensichtlich sehr unkompliziert im Umgang mit Artgenossen ist, fand sie ein schönes Zuhause bei einem Maine-Coon-Kater. Aus irgend einem Grund klappte es mit den beiden jedoch nicht, so dass ich Leyla nach ca. drei Wochen wieder zurück holen musste.
Matti war in der Zwischenzeit ebenfalls aus der Vermittlung zurück gekommen, Lina und Leni waren noch gar nicht ausgezogen, und drei kleine Katerchen waren noch hinzu gekommen. Kein Problem: Leyla kam aus ihrer Transportbox, begrüßte alle mit einem Nasenstupser und legte sich dann ganz selbstverständlich zu Leni in das Schreibtischfach - als wäre sie nie weg gewesen.

Matti

Matti war zwar immer überaus neugierig. Er hielt sich jedoch lange im Hintergrund und schaute aufmerksam zu, wenn ich mit Leyla und Lina spielte, bevor er sich endlich traute mitzuspielen. Auch wenn ich Leyla kraulte, guckte er sehr genau zu, und schließlich musste er dann auch einmal ausprobieren, ob es wirklich einen Grund zum Schnurren gibt, wenn man vom Menschen angefasst und gestreichelt wird. Die Sache wurde tatsächlich für gut befunden, und bald wurde Matti noch um einiges schmusiger als seine Schwester. Wenn ich Leyla kraulte, drängelte er immer wieder dazwischen und konnte dann gar nicht genug bekommen.

 

Matti fand ein Zuhause als Spielgefährte bei einer Bengalkatze. Diese war aber wohl doch zu tempera-mentvoll für ihn. Matti spielte lieber allein, und immer wieder kam es zu heftigen körperlichen Auseinandersetzungen zwischen den beiden. Als dann auch noch auf das Sofa gepinkelt wurde, musste ich Matti wieder abholen.

 

Schließlich fand sich eine liebe Frau, die Matti zusammen mit seiner Schwester Leyla aufnehmen wollte. Wenn alles gut klappt, haben sie nun ein wundervolles Zuhause: ein ganzes Haus mit richtig viel Platz zum Toben und mit einem großen Wintergarten.

Sorgenkind Merlin

Merlin hat seinen Namen bekommen, weil er ein Zauberkater ist. In den ersten Tagen, nachdem ich die drei Geschwisterchen gefangen hatten, wurden sie in einem riesigen Käfig untergebracht, damit sie sich zu sehr verstecken sondern alles gut beobachten konnten. Doch bereits am dritten Tag saßen nur noch Leyla und Matti im Käfig. Merlin war irgendwie ausgebüxt und hatte sich im Regal versteckt, wo ich ihn leicht wieder einfangen und zurück in den Käfig setzen konnte.

Am nächsten Tag hatte er es wieder geschafft, aus dem Käfig zu schlüpfen. Wieder saßen nur Leyla und Matti drin. Diesmal konnte ich Merlin aber nirgends finden. Ich sah in jeden Spalt, durchsuchte sogar das Nebenzimmer - absolut ohne Erfolg. Da Katzen sich ja bekannterweise unsichtbar machen können, dachte ich, er wird schon irgendwann wieder auftauchen. Tat er aber nicht.

Erst am Abend, als ich den Katzen Futter geben wollte und dafür die Schranktür öffnen musste, fand ich Merlin: er saß im geschlossenen Schrank auf den Tellern. Da ich nicht weiß, wann und wie er dort wohl hinein gekommen sein könnte, gehe ich davon aus, dass er zaubern kann: er kann sich aus dem geschlossenen Käfig heraus und in den geschlossenen Schrank hinein zaubern:)

Von Merlin bekam ich nie viel zu sehen. Er versteckte sich immer in irgend einer Höhle oder einer Ecke und war nie zum Mitspielen zu bewegen. Er fauchte nicht, war auch sonst in keiner Weise bösartig. Aber er war immer auf Abstand bedacht, zog sich zurück, und wenn ich ihm zu nahe kam, verzog er sich in eine andere Ecke. Aber er war ein absolut aufmerksamer und interessierter Beobachter. Deswegen ließ ich ihn in Ruhe und ging davon aus, dass er mehr aus sich heraus kommen würde, wenn die Gruppe kleiner würde.

Erst sehr spät, nach vielen Wochen, bewegte sich Merlin in meinem Beisein durch das ganze Zimmer. Und erst da konnte ich feststellen, dass er stark humpelte. Da dieses Humpeln nach zwei, drei Tagen nicht besser wurde, brachte ich ihn zum Tierarzt, um ihn genauer untersuchen zu lassen. Dafür musste er allerdings in Narkose gelegt werden. um ihm eine zweite Narkose für die Kastration zu ersparen, die ja auch noch anstand, bat ich die Ärztin, die Kastration direkt mit durchzuführen.

So wurde Merlin kastriert und gechippt, und erst danach wurde ich darüber informiert, dass Merlins Kniescheiben nicht richtig im Gelenk sitzen, und dass das operativ behoben werden muss.

So eine OP ist erstens sehr aufwändig, zweitens mit einer langwierigen Behandlung verbunden, drittens eine sehr teure Angelegenheit. Hinzu kommt, dass nicht beide Beine auf einmal operiert werden, so dass eine zweite ebenso teure OP folgen müsste.

Hätte die Ärztin mich vor der Kastration noch angerufen, um mir diesen Befund mitzuteilen, hätte ich vermutlich darum gebeten, den Kater einzuschläfern. Denn Merlin war überaus ängstlich und kaum zu händeln. Die ganze Prozedur mit der Nachbehandlung und wieder Eingesperrtsein im Käfig hätte ich ihm nicht zumuten wollen. Außerdem war er ein Streuner und nicht mein eigener Kater. Wer sollte die OP bezahlen?

Nun bekam ich den Kleinen aber frisch kastriert zurück, telefonierte einen halben Tag mit verschiedenen Ärzten und Freunden, um mir Rat zu holen. Endlich kam ich zu dem Schluss, dass Merlin eine Chance auf ein richtig schönes und vor allem schmerzfreies Leben verdient hat. Ich fand einen guten Tierarzt, der die OP durchführen wollte, weil er ebenfalls der Meinung war, dass Merlin sich sicher weiter entwickeln würde und man ihn später vermitteln könnte.

Also wurde zur Tat geschritten: das schlimmere Bein wurde operiert, Merlin bleibt bis zur Genesung stationär in der Praxis, und in der Zwischenzeit wird intensiv nach Interessenten gesucht, die den jungen Kater später aufnehmen möchten.

Um das Geld für die OP zusammen zu bekommen, durfte ich im Bochumer Tierheim einen Info-Stand einrichten und Spenden sammeln.

 

Demnächst wird der starre Verband durch einen flexiblen ersetzt. Und dann darf Merlin regelmäßig in einem kleinen Praxisraum das Laufen üben. Inzwischen ist er schon gar nicht mehr ganz so ängstlich, so dass er eigentlich eine gute Chance auf ein schönes Zuhause hat.

 

An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an alle Spender/innen, die ihm mit der OP die Chance auf ein besseres Leben ermöglicht haben!

 

Und natürlich herzlichen Dank an Herrn Wolf und sein Praxisteam für die Behandlung und super gute Versorgung und Betreuung des kleinen Patienten!

 

Merlin durfte mittlerweile die Praxis verlassen und lebt vorerst bei einer Ärztin des Praxisteams, wo er lernt, sein Bein wieder richtig zu gebrauchen.