Ein Herz für Streuner
Ein Herz für Streuner
Gebt Streunern ein Zuhause!

Lina und Leni

Lina und Leni wurden im Juni geboren und sind zwei von fünf Geschwisterchen, die ich in einem privaten Garten in Gelsenkirchen eingefangen habe. Die Mutter ist eine richtig wilde Streunerin. Sie wurde ebenfalls eingefangen, kastriert und konnte an anderer Stelle als Gartenkatze festgesetzt werden. Denn da ein Nachbar sich eine Falle gebastelt hatte, um die Katzen, die sich auch in seinem Garten herumtrieben, zu "entsorgen", sollte keines der Tiere dort wieder hingesetzt werden.

 

Aus Platzmangel bzw. Mangel an Pflegestellen wurden die Geschwisterchen getrennt: die beiden (vermutlich eineiigen Zwillings -) Schwestern kamen zu mir, während ihre drei getigerten Geschwisterchen in einer anderen Pflegestelle untergebracht wurden.

 

Die beiden Schwestern taten sich sehr schwer, Vertrauen zu mir zu fassen. Erst als drei etwas ältere Geschwisterchen von einer anderen Fangstelle hinzu kamen, die wesentlich weniger ängstlich waren, wurde die vorwitzigere Lina mutiger, lernte viel von ihren älteren Mitbewohnern und traute sich schon bald ganz dicht an mich heran. An Anfassen oder gar Streicheln war aber noch ganz lange nicht zu denken.

 

Leni kam zwar auch zum Mitspielen aus ihrem Versteck, hielt sich aber immer mehr im Hintergrund und versteckte sich immer gern hinter dem ebenso ängstlichen Kater Merlin, der etwa einen Monat älter war als sie.

Da die beiden absolut gleich aussehen, konnte ich sie anfangs überhaupt nicht unterscheiden. Erst als Lina langsam aus sich heraus kam, wurde es einfacher: abgesehen davon, dass Lina immer die Erste war, die sich auf die Spielangel stürzte, begann sie auch immer sofort zu schnurren, wenn ich anfing, mit den Katzen zu spielen, oder wenn ich mit Futter ins Zimmer kam. Rein äußerlich gleichen sich die beiden Schwestern wirklich wie ein Ei dem anderen.

 

Mittlerweile sind die beiden seit gut drei Monaten bei mir. Lina ist immer noch ein bisschen ängstlich, lässt sich aber inzwischen gerne streicheln. Nun wird fleißig das Hochnehmen trainiert.

 

Leni hat sich leider immer noch nicht viel weiter entwickelt. Vermutlich täte es ihr gut, wenn die Gruppe etwas kleiner wäre, so dass man sich mehr auf sie konzentrieren könnte. Zwischen fünf Artgenossen geht sie mit ihrer schüchternen Art etwas unter.

Die beiden Zwillinge haben doch tatsächlich zusamme ein Zuhause in Dortmund gefunden. Leni ist noch genauso schüchtern wie bei mir. Aber Lina lässt sich schon nach nur wenigen Tagen den Bauch kraulen, und beide spielen mit ihren Menschen - wie ganz normale Hauskatzen.