Ein Herz für Streuner
Ein Herz für Streuner
Gebt Streunern ein Zuhause!

Farina und Pingu

Obwohl ich im Vorjahr so eifrig in Gerthe gefangen hatte, wurde wieder Nachwuchs gemeldet. Außerdem wurden an dem Autohof, an dem ich mit dem Fangen begonnen hatte, neue erwachsene Tiere gesichtet.

Bisher musste die dort notwendige Fangaktion zurückgestellt werden, weil immer noch andere Stellen bearbeitet werden mussten.

Aber wenigstens konnten zwei Jungtiere, die noch Ende letzten Jahres geboren worden waren, eingefangen werden, und diese beiden sind noch jung genug, dass sie gute Vermittlungschancen haben.

Farina war von Anfang an etwas scheu aber absolut lieb. Ihr Geschwisterchen wiederum war viel neugieriger und frecher. In der Transportbox gebärdete es sich so wild, dass es nicht möglich war, nach dem Geschlecht zu sehen. Mit Mühe und Not gelang es so gerade eben, ein Spot-on gegen Ungeziefer aufzutragen. Auf die Geschlechtsbestimmung musste vorerst verzichtet werden. Ebenso auf die Namensgebung. Nach ein paar Tagen konnte ich aber bereits alle beide zum Spielen animieren, und sie nahmen auch bald schon Leckerlis aus der Hand.

Die Beiden blieben nur solange bei mir, bis sie komplett entwurmt waren. Dann wechselten sie in eine andere  Pflegestelle, wo sie die komplette Wohnung unsicher machen können. Dort bekam Farinas Geschwisterchen auch endlich einen Namen: Pingu.

Im Alter von ca. 7 Monaten wurden die beiden Geschwister kastriert, und endlich wurde auch festgestellt, dass Pingu ebenfalls eine Katze ist und kein Kater, wie ich vermutet hatte.

 

Farina ist inzwischen eine richtige Schmusekatze geworden. Den letzten Schliff hat sie durch die sechzehn Wochen alte Luna bekommen. Von ihr hat sie sich alles abgeguckt, was zu einer richtigen Schmusekatze gehört. Da die beiden sich bei mir mit einander angefreundet hatten und meiner Meinung nach sehr gut zusammen passen, habe ich sie zusammen in ein festes Zuhause vermittelt.

Nach der Vermittlung ihrer beiden Spielgefährtinnen, begann mit Pingu eine wundersame Verwandlung. Als ich von Fahrt zur Übergabe zurück nach Hause kam, lief Pingu mir freudig entgegen, drückte sich an meine Beine, warf sich auf den Rücken und ließ sich zum ersten Mal nicht nur anfassen sondern richtig kraulen - sogar am Bauch. Von nun an, war sie absolut anhänglich und verschmust und genoss es offensichtlich, mich für sich allein zu haben.

Da Luna sich im neuen Zuhause nicht wohlfühlte, was sie dadurch äußerte, dass sie sich zurückzog, nicht mehr zum Schmusen kam und schließlich anfing, überall hin zu pinkeln, tauschte ich ca. zwei Wochen nach der Vermittlung Luna gegen Pingu aus, und nun scheint alles bestens zu sein. Die beiden Schwestern scheinen froh zu sein, dass sie wieder zusammen sind, und Luna ist wieder bester Laune.

Allerdings sucht sie jetzt ein endgültiges Zuhause.