Ein Herz für Streuner
Ein Herz für Streuner
Gebt Streunern ein Zuhause!

Frodo findet eine neue Freundin

Insgesamt knapp zwei Wochen waren die Geschwisterchen bei mir, als auch Frida sich endlich aus ihrem Versteck heraus traute. Frodo spielte inzwischen mit mir und kam immer wieder ganz dicht an mich heran. Futter nahm er sogar aus meiner Hand. Schade nur, dass die anderen beiden Geschwisterchen noch nicht eingefangen werden konnten. Denn je älter die Tiere sind, desto schwieriger ist es meist, sie zu zähmen, was wiederum die Chance auf eine Vermittlung verringert. Darum wartete ich ungeduldig auf die ersehnte Nachricht, dass ich das nächste Geschwisterchen abholen und aufnehmen könnte.

 

Stattdessen bekam ich einen ganz anderen Anruf: eine junge Katze aus schlechter Haltung musste dringend in einer Pflegestelle untergebracht werden. Da sie nur wenige Tage oder Wochen älter war als Frodo und Frida, nahm ich sie kurz entschlossen mit im Gästezimmer auf, wo sich die drei knurrend und fauchend miteinander bekannt machten.

 

Die Aufregung hatte sich gerade gelegt und Frodo und Neuankömmling Sushi sich angefreundet, da tappten die beiden übrigen Geschwisterchen dann doch endlich in die Falle; eines Tages Schwester Flocke, einen Tag später dann Schwester Finja. Schon war aus meinem Gästezimmer ein regelrechter Katzenkindergarten geworden.

 

Während sich Finja und Flocke überhaupt nicht blicken ließen, tobten Sushi, Frodo und Frida schon übermütig im ganzen Zimmer herum. Sushi kannte ja Menschen und eine Wohnung und war von Anfang an zutraulich und verschmust. Und Frodo machte bald Riesenfortschritte: er ließ sich allmählich von mir anfassen und halbwegs streicheln, wenn auch widerwillig. Und dann dauerte es auch gar nicht mehr lange, bis sich ein gemeinsames Zuhause für Sushi und Frodo fand.

Der ursprüngliche Plan war gewesen, je zwei von den Geschwisterchen zusammen zu vermitteln. Da Frodo aber mehr an seiner Freundin Sushi hing als an seinen Geschwistern, schien es mir die bessere Idee zu sein, diese Beiden zusammen zu lassen. Auf diese Weise würde zwar mit Sicherheit eine der Schwestern allein übrig bleiben. Aber erfahrungsgemäß sind Freundschaftsbande oft stärker als Geschwisterbande. Ich ging davon aus, dass auch das letzte der Mädels in guter Katzengesellschaft untergebracht werden würde. Deshalb entließ ich Sushi und Frodo mit einem guten Gefühl, zumal sie ein wirklich schönes Zuhause bekamen.